Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
315
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in die allgemeine Geschichte. Z15

Was soll ich von der vollkommncn Vereinigung allerseiner Begierden mir dem göttlichen Willen, und vonder Liebe sagen, mit der er mit seinem Vater, der inihm wohnte, vereinigt ist, und die Melr mit sich -6or.s,i«>.selbst versöhnt hat? In dieser unbegreiflichen Ver-einigung begreift er das ganze menschliche Geschlecht,stiffcet den Frieden zwischen dem Himmel und der Erde,taucht sich, so zu sagen, mit einer unbeschreiblichenLiebe in die Sündfluth von Blut, womit er mit allenden Seinigen getauft werden mußte, und laßt aus sei-nen Munden ein Leuer der göttlichen Liebe anzün- Luc.»,49.den, wovon die ganze Welt entbrennen sollte. Allein die-ses übersteigt alle Grenzn des menschlichen Verstan-des, daß die Gerechtigkeit, die dieser Gottmensch aus-übt, sich von der Welt verdammen laßt, damit dieWelt durch die schreckliche Unbilligkeit dieses Urtheilsewig gerichtet seyn möchte. Iyt gehet das Gericht M. 1-/über dieN>elr, nun soll der Fürst der tVelt aus-gestoßen werden. Die Hölle, welche sich die Weltuittcrwürfig gemacht hat, stürzt sich in ihren eignenUntergang; weil sie den Unschuldigen angreift, wirdsie gezwungen werden, alle Schuldigen loszugeben,die sie gefangen hielt: die unglückselige Handschrift,die uns alle den rebellischen Engeln überlieferte, istvernichtet; Jesus Christus hat sie an das Zxreuz Col,-/ rz.!«>geheftet, damit sie durch sein Blut daselbst aus dem ^'Mittel gethan werden möchte. Die beraubte Hölleseufzet; das Kreuz ist für unsern Heiland ein Ort desTriumphes, und er hat die Gewaltigen und Fürsten-thümer überwunden, und sie öffentlich schau getragen.Allein unsre Augen erblicken einen noch herrlichernSieg. Die göttliche Gerechtigkeit wird selbst über-wunden, und der Sünder, der gleichsam ihr Opfer

war,