Z24 Bischof Bossuets EinleitUttg
Grenzen. Gott giebt sie in ihren verderbten Sinndabin. Sie empören sich wider die Römer, von denen sieüberwunden werden. Titus selbst, der ihrer Republik einEnde macht, erkennt, daß er nichts thue, als dem ge-gen sie erzürnten Gott seine Hand leihe *. Adrianvertilgt sie beynahe völlig. Sie gehen mit allenMerkmalen einer göttlichen Rache zu Grunde; siewerden aus ihrem Lande vertrieben und in aller WeltSklaven. Sie haben weder Tempel, noch Altar,noch Opfer, noch Land, und man sieht in Juda nichteinen Schatten eines Volkes mehr.
Unterdessen hatte Gott für die beständige Dauerseines Dienstes gesorgt; die Heiden öffnen die Augen,und vereinigen sich im Geiste mit den bekehrten Ju-den. Sie kommen dadurch in das Geschlecht Abra-hams , und werden seine Kinder durch den Glauben;sie erben auch die Zusagen, die zu ihm geschehen sind.Gott sammelt sich ein neues Volk, und das neueOpfer, das so oft von den Propheten erhoben wordenist, fangt an, auf der ganzen Erde Gott dargebrachtzu werden.
Auf diese Weise wurde die Prophezeiung Jacobsvon Wort zu Wort erfüllt. Juda wurde vom An-fange an zahlreicher, als seine Brüder, und da es im-mer einen gewissen Vorzug vor andern behauptet hatte,empfing es das Königreich erblich. In der folgendenZeit wurde das Volk Gottes in seinem einzigen Ge-schlechte begriffen, und in seiner, Stamm eingeschlossen,von dem eö auch seinen Namen erhielt. In dem
Stamme
* ?!üloltr. vlc. ^poll. I^zn. Iil,r. VI. ^olexli. äe belloZuä- libr. VII, c. 16.