Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
325
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in die allgemeine Geschichte. 525

Stamme Iuda pflanzte sich dieses Volk fort, das demAbraham, Jsaac, und Jacob versprochen wordenwar; in ihm werde«, auch die andern Zusagen Gottes,sein Dienst, sein Tempel, seine heiligen Gebrauche,und der Besitz des versprochnen Landes fortgepflanzt,das nunmehr allein Jndaa heißt. Ungeachtet der ver-schiedncn Umstände dieses Volkes bleiben doch die Ju-den ein ordentliches Volk, und Königreich, das nachseinen eignen Gcscßen lebt. Juda hat bestandig seineKönige, seine Obrigkeiten, und Richter bis aufdieZeitendes Mesiias gehabt; er kömmt,und das KönigreichIudanähert sich nach und nach seinem Untergange. Esgeht völlig zu Grunde, und das jüdische Volk wird ausdem Lande seiner Väter verstoßen, und verliert alleHoffnung, wieder dahin zu kommen. Der MeßiaSwird die Hoffnung aller Nationen, und herrschet überein neues Volk.

Aber damit die Folge und bestandige Fortdauerdesselben nicht unterbrochen würde, so mußte Gott-dassel-l>c, so zu sagen, auf das erste pflanzen, und es, nach demAusdrucke Pauli, wie einen wilden Oelbaum in einen Rom ,guten Oelbaum einpfropfen, damit es an seiner GüteAntheil nehmen möchte. Es ist auch so erfolgt; dieKirche ist zuerst unter den Jüden gepflanzt worden, undhat endlich die Heiden angenommen, mit ihnen gleich-sam einen Baum, einen Leib, und ein Volk auszu-machen, und zusammen an der Gnade Gottes undseinen Verheißungen Antheil zu nehmen.

Was hernach den ungläubigen Jüden unter demVespasian und Titus begegnet ist, gehet nunmehrnicht mehr die Folge des Volkes Gottes an. Das isteine Bestrafung der Aufrührer, die wegen ihrer Un-treue gegen den versprochnen Samen Abrahams und

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