Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
326
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526 Bischof Bossuets Einleitullg

Davids nicht mehr Juden, und nicht anders mehrAbrahams Kinder, als nach dem Fleische sind, undalso der Verheißung entsagen, durch welche alle Ge-schlechter auf Erden gesegnet werden sollten.

Es ist also diese letzte und schreckliche Verwüstungder Juden nicht mehr nur eine solche Wanderung, wiedie babylonische. Hier geschieht mehr, als daß dieRegierung, und der Staat des Volkes Gottes, undder feyerliche Dienst der Religion auf eine Zeit unter-brochen wird. Das neue Volk, das schon gesammelt,und in Jesu Christo auf das alte gepflanzt worden ist,wird nicht hinweggeführt, sondern breitet sich aus, underweitert seine Herrschaft von Jerusalem an, wo esentstehen sollte, bis an die äußersten Ende der Erde.Die Heiden, die zu den Juden versammelt werden,sind hinfort nur allein wahre Jüden, und das wahreKönigreich Juda, das dem aufrührischen, und vomVolke Gottes abgesonderten Israel entgegengesetzt ist,wird das wahre KönigreichDavidS durch denGehorsamgegen die Gesetze und das Evangelium Jesu Christi ,des wahren Sohnes Davids .

Nachdem dieses neue Königreich, Juda, aufgerichtetworden, so muß man darüber nicht erstaunen, daß in Ju-daa alles zu Grunde geht. Der andre Tempel dientezu nichts mehr, nachdem der Mcßias alles erfüllthatte, was in den Prophezeiungen verkündigt wordenwar. Dieser Tempel hatte die Herrlichkeit gehabt,die ihm Gott versprochen hatte, nachdem der so oft ver-langte Heiland der Völker darinnen erschieneil ist. Dassichtbare Jerusalem hatte das vollendet, was es nochthun sollte, weil die Kirche daselbst gepflanzt wordenwar, und von da an auch ihre Aeste über die ganzeErde ausgebreitet hatte. Judaa geht nunmehr