m die allgemeine Geschichte. Z59
stantins, ließ sich von den Arianern verführen; er un-terstützte ihre Lehre durch seine Gewalt, und quälte dieRechtgläubigen auf der ganzen Erde, al6 ein neuerVerfolger des Christenthumes, der desto mehr zu fürch-ten war, weil er unter dem Namen Jesu Christi selbstwider Jesum Krieg führte. Zum Unglücke fiel dar-auf die Kirche, die unter sich selbst uneinig war, indie Hände Julians, des Abtrünnigen, der alle ersinn-lichen Mittel anwendete, den christlichen Glauben zuvertilgen. Er fand dazu kein bcßrcs Mittel, als dieSpaltungen zu unterhalten, durch welche die Kircheso grausam zerrüttet wurde. Nach ihm herrschte Va-lens, derben Arianern eben so, wie Constanz, zuge-than war, und sich nur durch seine Gewaltthätigkeitenvon ihm unterschied. Noch andre Kaiser beschütztendie Ketzercnen mit einer eben so grossen Wut. DieKirche erfuhr durch so viele Versuchungen, daß sie un-ter den christlichen Kaisern nicht weniger, als unterdcnUngläubigen auszustehen hatte; daß sie nicht allein ihreganze Lehre überhaupt, sondern auch einen jeden ?lrtikelderselben, mit ihrem Blute bestätigen mußte. Es istauch in der That kein einziger gewesen, der nicht vonihren Kindern selbst angegriffen worden märe. Tau-send Secten, und tausend Ketzereyen entstunden, so z«sagen, in ihrem Schooße, und empörten sich wider sie.Allein wie sie dieselben, nach der Prophezeyung ihresErlösers, entstehen sah, eben so sah sie dieselben nachseinen Verheißungen wiederum vergehen, wenn sichgleich zuweilen Kaiser und Könige unterfingen, sie zubeschützen. Ihre wahren Kinder wurde«? dadurch nachdem Ausspruche des heiligen Paulus erkannt; dieWahrheit ist allezeit nur mehr befestigt worden, wennman sie bestrittm hat, und die Kirche ist unerschüttertgeblieben. V 2 Beson-