Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
445
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in die allgemeine Geschichte. 445

aus heben. Man sage mir, ob es nicht etwas aus-gemachtes ist, daß man,in allen Texten und in allenÜbersetzungen eben die Gesehe, eben die Wunder,ebendie Weißagungen, eben die Folge in der Geschichte,eben die Lehre, und also das Wesentliche finden wird,das man in einem findet ? Was schaden alsdann dieübrigen Abweichungen der Texte von einander? Waskönnen wir mehr verlangen, als daß das Hauptsäch-liche in den heiligen Büchern unverändert ist, undwas können wir von der göttlichen Vorsehung mehrbegehren? Was die Uebcrsetzungen anbetrifft, ist denndas ein Kennzeichen, daß das Original neu und un-tergeschoben ist, wenn die Sprache der Schrift so altist, daß man die Zärtlichkeiten und Reizungen verloh-ren hat, und dadurch verhindert wird, alle ihre Schön-heiten mit dem größten Nachdrucke und nach allerStrenge in andre Sprachen zu bringen? Ist das nichtvielmehr ein Beweis von ihrem Alterthume? Undwenn mal, sich denn bey Kleinigkeiten aufhalten will,so nenne man mir aus so vielen Stellen, wo sich eini-ge Schwierigkeit finden soll, nur eine einzige, dieman durch Vernunftschlüsse und Muthmaßungen voll-kommen hergestellt hat. Man ist der muthmaßlichenRichtigkeit der Exemplarien gefolgt, und da die Tra-dition niemals zugelassen hat, daß die rechtgläubigeLehre verfälscht würde, so hat man geglaubt, daß dieübrigen Fehler, wenn noch einige vorhanden wären,nur zum Beweise dienten, daß man hier mit seinemeignen Verstände keine Neuerung oder Verbesserunggewagt habe.

Nunmehr wollen wir auf den stärksten Einwurfkommen. Sind nicht zu dem Texte Mosis Zusähehinzugekommen, und woher kömmt die Nachricht von

seinem