in die allgemeine Geschichte. 447
den, obgleich der samaritanische Text, wo man dieseAnmerkungen findet, uns deutlich zeigt, daß ihr Al-ter sich nicht allein über den Esra, sondern auch überden Abfall der zehn Stämme hinaus erstreckt? Dashindert nichts; die Schuld muß doch auf den Esrazurückfallen. Wenn diese Anmerkungen noch wei-ter zurückgiengen, so würde der Pentateuchus noch äl-ter seyn, als nöthig ist, und man könnte das Alter ei-nes Buches nicht genug verehren, dessen Anmerkun-gen selbst so alt wären. Soll also Esra alles gemachthaben? Esra hat also vergessen, daß er Mosen redendeinführen wollte, und er wird ihn einen so großen Feh-ler machen, und ihn dasjenige, was sich nach seiner Zeitzugetragen hat, als etwas haben aufschreiben lassen, dasvor seiner Zeit oder zu seiner Zeit geschehen ist? Die-ses Einwurfes weqen soll also ein ganzes Werk unter-geschoben seyn müssen, und das Ansehen so vieler Jahr-hunderte und des öffentlichen Glaubens wird ihmnichts mehr helfen? Als wenn man im Gegentheilenicht sähe, daß diese Anmerkungen, welcher man sichwider das Buch selbst bedient, ein neuer Beweis vonder Aufrichtigkeit und Redlichkeit nicht allein derer,von denen die Anmerkungen herrühren, sondern auchderer waren, welche sie so getreulich abgeschrieben, undder Nachkommenschaft überliefert haben. Hat manjemals von dem Ansehen, ich will nicht sagen, einesgöttlichen Buches, sondern einer jeden andern Schrift,welche es auch sey, nach so leichten Gründen ein Urtheilgefallt? Allein das ist die Ursache, daß die Schrifteine Feindinn des menschlichen Geschlechtes ist, daß siedie Menschen nöthigen will, ihren Verstand Gott un-terwürfig zu machen, und ihre unordentlichen Lei-denschaften ju unterdrücken; ein solches Buch muß
unter-