Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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450
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450 Bischof Bossuets Einleitung

rung der Heiden, die sich zu gleicher Zeit, da Jesus'Christus erschienen, und da das Evangelium gepredigtworden ist, zugetragen haben.

Diese drey Dinge, welche in der Ordnung der Zeitmit einander vereinigt sind, waren es noch mehr inder Ordnung der ewigen Rathschlüsse Gottes. Si«haben sie in den alten Prophezeyungen alle zusammenvereinigt gesehen; allein Jesus Christus , dieser ge-treue Ausleger der Prophezeyungen und des Willensseines Vaters hat uns diese Verbindung in seinem Evan-gelio noch deutlicher gezeigt. Dieses hat er im Gleich-nisse vom Weinberge gethan, in einem Glcichnisse,dcssenMatth. -i, sich die Propheten so oft bedient haben. Der Hausvaterhatte diesen Weinberg gevflanzt,das ist, er hatte die wah-re Religion auf seinen Bund gegründet, und ihn denArbeitern zu bauen gegeben. Diese Arbeiter warendie Juden. Er sendet seine Diener, nämlich die Pro-pheten, zu verschiednenmalen, um die Früchte davoneinzusammeln. Diese ungetreuen Arbeiter bringendie Knechte Gottes um. Seine Güte treibt den Haus-vater an, selbst seinen Sohn an sie zu senden. Siebegegnen ihm aber noch grausamer, als seinen Knech-ten. Am Ende nimmt er ihnen seinen Weinberg,und giebt denselben andern Arbeitern ein; er nimmt ih-nen die Gnade seines Bundes, um sie den Heiden zugeben.

Diese drey Dinge mußten also zusammenkommen,die Gesandtschaft des Sohnes Gottes, die Verwer-fung der Iüden, und die Berufung der Heiden. Manbranchc keine andre Auslegung dieses Gleichnisses, alsden Erfolg, der es am besten erklart hat.

Die Iüden räumen ein, wie sie gesehen haben,Llionftigneur, daß das Königreich Iuda und seine

Ange-