in die allgemeine Geschichte. 451
Angelegenheiten in den Zeiten Herodis in Verfall ge-kommen sind, da Jesus Christus aufder Erde erschienenist. Wenn die Verdrehungen des göttlichen Gesetzes ih-nen einen so sichtlichen Verfall ihrer Gewalt zugezogenhaben, wie groß muß nicht das Verbrechen seyn, wel-ches mit ihrem völligen Untergange bestraft worden ist!
Dieses Verbrechen ist unstreitig ihre Undankbar-keit gegen ihren Mcßias, der in der Welt erschien/ siezu unterrichten, und zu befreyen. Seit dieser Zeitdrückt sie auch ein eisernes Joch, und sie würden dar-unter zu Boden sinken, wenn sie nicht Gott dazu er-hielte, daß sie dereinst dem Meßiaö dienen sollten, densie gekreuzigt haben.
Der gänzliche Untergang des jüdischen Volkes inden Zeiten Jesu Christi , das ist schon ein wichtigerbewiesner und aller Welt bekannter Erfolg. DieBekehrung der Heiden, die zu eben der Zeit vorgehensollte, ist eben so unleugbar bewiesen. Zu eben derZeit, da der alte Gottesdienst nebst dem Tempel in Je-rusalem aufgehoben wird, sieht man die Abgöttereyvon allen Seiten angegriffen werden, und die Völker,welche seit so vielen tausend Jahren ihren Schöpfervergessen hatten, erwachen endlich aus einer so langenBetäubung wieder.
Und damit alles desto besser zusammenstimme, so wer-den die geistlichen Versprechungen durch die Predigt desEvangelii zu der Zeit entdecket, da das jüdische Volk,welchem nur zeitliche Zusagen geschehen find, wegen sei-nes Unglaubens öffentlich verworfen, und in dieSkla-verey der ganzen Erde verstoßen wurde, und folglich nun-mehr keine menschliche Hoheit zu hoffen hat. Zu derZeit wird der Himmel denen zugesagt, welche um derGerechtigkeit willcnVerfolgung leiden; die Geheimnisse
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