Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
460
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46c> Bischof Bossuets Einleitung

Schuld werden eine glückselige Ewigkeit verlohrenhaben, wird ihnen nichts als eine unglückselige Ewig-keit übrigbleiben.

Es endigen sich also die Rathschlüjse Gottes durcheinen unwandelbaren Zustand; seine Verheißungenund seine Drohungen sind gleich gewiß, und was erin der Zeit ausführt, versichert uns von demjenigen,was wir, nach seinem Befehle, in der Ewigkeit ent-weder hoffen oder befürchten sollen.

Das lehrt uns die Religion in ihrer ganzen Folge,die ich hier in einem kurzen Entwürfe vorstellig gemachthabe. Sie führt uns durch die Zeit zur Ewigkeit.Mail sieht eine beständige Ordnung in allen AbsichtenGottes, und einen sichtbaren Beweis seiner Allmachtin der ewigen Dülicr seines Volkes. Siewerden erkennen, Monseigneur, daß die Kirche eine»lebendigen Stamm hat, von dem man sich nicht tren-nen kann, ohne sich in das Verderben zu stürzen, unddaß diejenigen, welche lebendige Zweige dieses Stam-mes sind, und ihren Glauben durch ihre Werke bewei-sen, des ewigen Lebens gewiß seyn können.

Lernen sie also, Monscigneur, aber lernen sie mitAufmerksamkeit diese Folge der Kirche, die uns sodeutlich von allen Verheißungen Gottes versichert. Al-les was dieseKette unterbricht,alles was aus dieser Folgeherausgeht, was sich selbst erhebt, und seinen Ursprung,kraft der Verheißungen, die der Kirche geschehen sind,nicht zum Ursprünge der Welt zurückführen kann, mußihnen einen Abscheu machen. Gebrauchen siealso alle ihre Macht, alles wieder zu dieser Einigkeitzu bringen, was sich von der Kirche abgesondert hat,und sie zu nöthigen, daß sie der Kirche folgen, durchwelche der Heilige Geist seine Aussprüche thut.