Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
464
Einzelbild herunterladen
 

464 Bischof Bofsmts Einleitung

Als die Zeit gekommen war, daß die römische Machtfallen sollte, und dieses große Reich, welches sich der»gebcns seiner Ewigkeit rühmte, mit andern Reichenein gleiches Schicksal erfahren mußte, und ein Raubder Barbaren wurde, so behauptete es seine alte Maje-stät durcd seinenGlauben.Die Nationen,welche es über-fielen, lernten von demselben nach und nach die christlicheFrömmigkeit, welche ihre Grausamkeit besänftigte,und ihre Könige, welche, ein jeder in seiner Nation,sich an die Stelle der Kaiser setzten, haben keinen Ti-tel gefunden, der herrlicher gewesen wäre, als den Na-men der Beschützer der Kirche.

Allein hier muß ich ihnen, Monseignelir, die ge<Heimen Gerichte Gottes über das römische Reich undüber die Stadt Rom selbst entdecken; ein Geheimniß,das der Heilige Geist dem heiligen Johannes entdeckt,und dieser große Mann, dieser Avostcl, Evangelistund Prophet, in seiner Offenbarung erklärt hat. Rom ,welches in dem Dienste seiner Götzen alt gewordenwar, konnte sich selbst unter den christlichen Kaisern mitMühe davon losreißen, und der Senat machte sicheine Ehre daraus, die Götter des RomuluS zu ver-theidigen, denen er alle Siege der alten Republik zu-schrieb *. Die Kaiser wurden endlich der Abgeord,neten müde, welche der Senat beständig an sie abfertig-te, die Wiederherstellung seiner Götzen zu verlangen,weil sie es für eine Beleidigung des römischen Na-mens hielten, daß man sie von ihrem alten Aberglau-ben bekehren wollte. Es konnte also diese ansehnlicheGesellschaft, welche aus den Größten des Reiches be-stund,

* Xo6m. IV. O. 8ymm. sx. H,mb. cc»m. V. Ubr. V. Lp.Zo. ^uzzust. äe Livlr. Oei.