in die allgemeine Geschichte. 475
gel der Lebensmittel im Sande umkommen, ehe ersich noch dem Feinde genähert hatte.
Diese äthiopischen Völker waren unterdeß nichtallezeit so gerecht, als sie sich rühmten, und sie bliebennicht allezeit so eingeschlossen in ihrem Lande. IhreNachbarn, die Aegypter, haben ihre Macht oft erfah-ren. Es ist in den Anschlägen dieser wilden und un-verbesserten Völker nichts zusammenhangendes. Wenndie Natur bey ihnen gleich edle Empfindungen anfängt,so bildet sie doch dieselben niemals aus. Wir habenalso auch bey ihnen wenig zu lernen und nachzuahmen.Wir wollen nicht langer von ihnen reden, und aufVölker kommen, unter denen eine beßre Police») ein-geführt gewesen ist.
Die Aegyptier sind die ersten, von denen man weis,daß sie die Regierung nach gewissen Regeln eingerich-tet haben. Diese ernsthafte und ansehnliche gesetzteNation erkannte zuerst den wahren Endzweck aller Po-litik, welcher dieser ist,daß man das Leben vergnügt,« nddie Völker glücklich zu machen suche. Die gemäßig-te Luft, die sich beständig gleich blieb, machte die Ge-müther der Einwohner gesetzt und standhaft. Da dieTugend der Grund der ganzen Gesellschaft ist, so ha-ben sie dieselbe sorgfältig zu beobachten gesucht. Ih-re vornehmste Tugend war die Erkenntlichkeit. DieEhre, die sie erlangt haben, daß man sie für die dankbar-sten unter allen Menschen erklärt hat, zeigt uns deut-lich, daß sie auch die geselligsten gewesen sind. DieWohlthaten sind das Band der öffentlichen Eintracht,und der Ruhe der Privatpersonen. Wer die Wohltha-ten mit Dank erkennen kann, hat auch Lust, Wohlthatenzu erzeigen, und wenn man die Undankbarkeit verbannt,so bleibt das Vergnügen, gutes zu thun, so laurer,