Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
479
Einzelbild herunterladen
 

in die allgemeine Geschichte. 479

gewesen war, so verdammte man sein Andenken, undcr wurde der Ehre der Beerdigung beraubt. Da6Volk bewunderte die Gewalt der Gesetze, welche sichbis nach dem Tode erstreckte, und ein ieder, der vondenBeyspielen der andern gerührt wurde,befürchtete seinAndenken und seine Familie zu entehren. Wenn derTodte keines großen Fehlers überführt wurde, so ließman ihn ehrlich beerdigen, und man hielt eine Lobredeauf ihn, ohne etwas von seiner Geburt einzumi-schen. Ganz Aegypten war edel, und überdieß fandman an keinem andern Lobe einen Geschmack, als andemjenigen, welches man sich durch seine Verdiensteerwarb.

Man weis, mit welcher Sorgfalt die Aegypter dieLeiber der Verstorbnen aufbehielten. Man hat nochverschiedne von ihren Mumien. Ihre Erkenntlich-keit gegen ihre Vorfahren war also unsterblich; dieKinder erinnerten sich an die Tugenden ihrer Vorfah-ren, wenn sie ihre Leiber sahen; ihre Verdienste wa-ren von der Welt belohnt worden, und dadurch ermun-terten sie sich, die Geseße zu lieben, welche ihnen vonihren Vorfahren nachgelassen worden waren.

Damit das Borgen unterbleiben möchte, woraus n-r.iibr.m.Müßiggang , Betrügereyen und Ränke entstehen, siz^°^^-erlaubte die Verordnung des Königes Asychiö das-selbe unter keiner andern Bedingung, als dieser, daßderjenige, welcher es that, den Körper seines Vatersdemjenigen zum Pfande ließ, von dem er Geld auf-nahm. Das war sowohl das größte Verbrechen, alsdie größte Schmach, wenn man ein so kostbares Aandnicht so bald, als möglich, einzulösen trachtete^ undderjenige, welcher starb, ohne dieser Pflicht eine Gnü-ge gethan zu haben, durste nicht beerdigt werden.