Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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481
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in die allgemeine Geschichte. 481

welche die Könige begehen können; allein er setzte al-lezeit zum Voraus, daß sie lüemals anders, als durchein bloßes Versehen, oder durch Unwissenheit dareinmüßten verfallen können, und er verfluchte die Räthe,welche ihnen böse Anschläge geben, und die Wahrheitverbergen würden. Das war die Art, wie die Aegy-pter ihre Könige unterrichteten. Man glaubte, daßVorwürfe nur ihr Gemüth erbittern würden, und daßdas kräftigste Mittel, ihnen die Liebe zur Tugend beyzu-bringen, dieses wäre, daß man ihnen ihre Pflichten ingesetzmäßigen Lobeserhebungen, vor dem Angesichte derGötter, auf eine ernsthafte und gesetzte Weise zeigte.Nach dem Gebete verlas man den Königen aus dengeheiligten Büchern die Rathschläge und Handlungengroßer Männer, damit sie den Staat nach den Grund-sätzen derselben regieren, und über die Gesetze haltenmöchten, welche ihre Vorfahren sowohl, als ihre Un-terthanen glücklich gemacht hatten.

Was uns überzeugt, daß diese Vorstellungen ernst-lich gethan, und ernstlich angehört wurden, das ist dieWirkung, die sie thaten. Unter denen aus Theben,nämlich aus der vornehmsten Dynastie, oder Herr-schaft, wo die Gesetze am meisten im Schwange wa-ren, und welche sich endlich aller andern Dyna-stien bemeisterte, sind die größten Manner Köni-ge gewesen. Die beyden Merkure, die Stifterder Wissenschaften und aller ägyptischen Gebräuche "-ro-z. ubr.und Einrichtungen; der eine, welcher gegen die Zeitender Sündflur gelebt hat; und der andre, welcher einZeitgenosse Mosis gewesen ist, haben beyde über The-be geherrscht. Ganz Aegnpten hat sich ihre Einsicht v!o-i.i. x.,.zu Nutze gemacht, und Thcbe hat es ihrem Unterrichtezu danken, daß es wenig schlechte Könige gehabt hat.

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