Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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482
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482 Bischof Bossuets Einleitung

So lange diese lebten, so wurden sie geschont; die öf-fentliche Ruhe erfodcrte solches; allein sie waren von demGerichte nicht frey, das nach ihrem Tode über sie ge-lKi-j. halten wurde. Einige sind nicht beerdigt worden;man hat aber wenig solche Exempel; die meisten Kö-nige sind vielmehr bey dem Volke so beliebt gewesen,daß ein ieder ihren Tod so fehl, als den Tod seinesVaters, oder seiner Kinder beweint hat.

Diese Gewohnheit, über die Konige nach ihremTode ein öffentliches Urtheil zu spreche!?, schien demVolke Gottes so heilig zu seyn, daß es dieselbe bestän-dig beobachtet hat. Wir sehen aus der heiligenSchrift, daß die bösen Könige nicht in das Bcgräb-zntiy. xm. ih^r Vorfahren kamen, und wir lernen aus demJosephus, daß dieser Gebrauch noch zu den Zeiten derAsmonaer beobachtet wurde. Er lehrte die .Könige,daß ihre Majestät sie über die menschlichen Urtheileerhebt, so lange sie leben, daß sie aber durch den Todandern Menschen wiederum gleich werden.

Die Aegypter hatten einen erfindsamen Geist; siewendeten ihn aber nur zu nützlichen Dingen an. Ih-re Merkure haben Aegyptcn mit den bewundernswür-digsten Erfindungen bereichert, und seinen Einwoh-nern beynahe nichts unbekannt gelassen, was dasmenschliche Leben ruhig und vergnügt machen kann,cis Aegyptern die Ehre nicht lassen, die sie

"er 15. ihrem Osiris zugeschrieben haben, daß er den Acker-. bau erfunden habe; denn man findet denselben zu al-len Zeiten in den benachbarten Landern auf der Erde,wohin sich das menschliche Geschlecht ausgebreitet hat,und man kann nicht daran zweifeln, daß er nicht vomAnfange der Welt her bekannt gewesen seyn sollte.Daber geben die Aegypter ihrem Osiris ein so großes

Alter/