Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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484
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484 Bischof Bsssuets Einleitung

bedeckt wurden,so mußten sie ihre Zuflucht zur Feldmeß-kunst nehmen, welche sie selbst bald die Geometrielehrte. Sie beobachteten die Natur sehr fleißig, wel-che bey einer so heitern Luft, und bey einer so bren-nenden Sonne sehr stark und fruchtbar unter ihnenu!-ivä / m' Dadurch haben sie auch die Arzneywissenschaft"° '' ' entweder erfunden, oder vollkommner gemacht. Eswaren also die Wissenschaften alle unter ihnen in einemgroßen Ansehen. Alle Erfinder nützlicher Dinge er-^ ' hielten sowohl ili ihrem Leben, als nach ihrem Tode wür-ib.ö.^.s. dige Belohnungen für ihre Arbeiten. Darum sinddie Bücher ihrer beyden Merkure heilig und fürgöttliche Bücher gehalten worden. Das erste unterallen Völkern, wo man Bibliotheken gesehen hat, istdaö ägyptische. Der Name, den man ihnen gab,machte einen begierig, sie zu besuchen, und ihre Ge-heimnisse zu erforschen; man nannte sie den Schayder Arzneymirrel für die Seele. Sie heilten da-durch die Unwissenheit, eine der gefahrlichsten unter al-len Krankheiten, und die Quelle aller übrigen.

Eine Sache, die man den Gemüthern der Aegyptcram meisten einzuprägen suchte, war die Liebe undHochachtung für ihr Vaterland. Dieses war, wiesie sagten, ein Aufenthalt der Götter, und sie hattenviele tausend Jahre, dcrenAnzahl man nicht mehr wußte,daselbst geherrscht: Es war eine Mutter der Menschenund der Thiere, welche das ägyptische Erdreich, das- vom Nil befeuchtet worden war, gezeugt hatte, da dieübrige Natur unfruchtbar geblieben. Die Priester,die die ägyptische Geschichte von der unendlichenFolge von Jahrhunderte!, verfertigten, welche sie mitnichts, denn mit den Fabeln und Genealogien ihrerGötter erfüllten, verfertigten sie in der Absicht, in den

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