m die allgemeine Geschichte. 485
Gemüthern einen tiefen Eindruck von dem Alterthumeund dcmAdel.ihres Landes zu machen. Im übrigen warihre wahreGeschichre in vernünftigeGrenzen eingeschlos-sen; allein es schien ihnen schön zu seyn, sich in einemunendlichen Abgrunde der Zeit zu verlieren, der sie derEwigkeit nahe zu bringen schien.
Unterdessen hatte die Liebe zu ihrem Vaterlandenoch festere Gründe. Aegypten war in der That dasschönste Land auf der Welt; es war von Natur frucht-bar , durch die Kunst so vortrefflich angebaut, alses möglich war, das reichste, das bequemste, unddurch die Sorgfalt und Pracht ihrer Könige das aus-gcschmückceste Königreich von der Welt.
Alles war in ihren Unternehmungen und Arbeitengroß. Das was sie aus dem Nil gemacht haben,ist unglaublich. Es regnet sehr selten in Aegypten ;allein dieser Fluß, der durch seine ordentlichen Uebcr-schwemmungen alles befeuchtet, tragt ihnen den Re-gen und den Schnee andrer Lander zu. Damit die-ser wohlthatige Fluß vervielfältigt werden möchte, sowaren durch ganz Aegypten unzahlige Canale von ei- n-^ä. n.ner unglaubliche!, Lange und Breite geführt. Der Nil ^° z.' °brachte mit seinen gesunden Wassern überall die Frucht-barkeit hin; er vereinigte eine Stadt mit der andern,und das Weltmeer mit dem rothen Meere; er unter-hielt die Handlung innerhalb dem Königreiche, undaußer demselben, und befestigte es auch wider alleFeinde, so daß er zugleich der Erhalter und der Be-schützer von Aegypten war. Man überließ ihm dasFeld: Allein die Städte, welche durch unermeßlicheArbeiten erhöht worden waren, und sich mitten in denWassern / wie Inseln, erhuben, sahen von dieser Hö-
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