486 Bischof Bossuets Einleitung
he mit Freuden auf die überschwemmte und vom Nilbefruchters Ebne herunter. Wenn cr^über die Maas -sen hoch anwuchs, so boten dem ausgebreiteten Was-ser die großen Seen, die die Könige graben lassen, ih-ren Schooß dar. Sie hatten ihre zubereiteten Oeff-uungen; große Schleusten schlössen sie auf, -oder zu,'nach dem es die Noth erfoderte, und die Wasser, wel-che also abgelassen werden konnten, verweilten sichnicht länger auf den Feldern, als zur Fruchtbarkeitder Erde nöthig war.
Das war der Gebrauch der großen See, welcheMiris, oder Möris genannt wurde; so hieß derKönig, der sie hatte graben lassen. Man erstaunt/wenn man liest, und es ist doch gewiß, daß sie vierhundert und zwanzig französische Meilen im Umfangegehabt hat. Damit man nicht allzu viel gut Land ver-lieren möchte, so hatte man ihn besonders gegen Ly-bien zu weit ausgebreitet. Die Fischerey davonbrachte den Königen unzahlige Summen ein. Zween! Pyramiden, welche beyde auf einem Throne zwocolossenmäßige Bildseulen trugen, wovon eine denMiris, und die andre seine Gemahlin vorstellte, rag-ten drey hundert Fuß hoch aus dem Wasser heraus,und nahmen unter demselben einen eben so großenRaum ein. Sie zeigten also, daß er sie aufrichtenlassen, ehe die See war voll gelassen worden, und dar-aus war zu schließen, daß die Hände der Menschenunter einem einzigen Prinzen ein so großes Werk zuStande gebracht hatten,«ero-z. il. Diejenigen, welche nicht wissen, wie wirthschaftlichNwck.i.-. m<m mit dem Lande umgehen kann, halten es für eineFabel, was man von der Menge der Städte in Aegypten erzahlt. Der Reichthum des Landes war eben so un-glaublich. Es war keine Stadt, die nicht mit präch
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