Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
491
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in die allgemeine Geschichte. 491

geheiligte Denkmäler aufrichtete, welche das Anden-ken dieser großen Prinzen in den zukünftigen Jahr-hunderten erhalten sollten, so sah man sie auch als dieewigen Wohnungen derselben an. Die Hauser betracht oloä.ii».tcte man als Gasthöfe, wo man sich nur im Vorüber-gehen und während einer Lebenszeit aufhielt, die allzukurz ist, als daß man alle unfre Unternehmungen dar-innen ausführen könnte; die wahren Wohnungenwaren die Graber, in welchen wir uns durch unzah-lige Jahrhunderte aufhalten sollten.

Im übrigen arbeitete Acgypten nicht allein an dc-rVollkommenheit lebloser Dinge. Seine edelstenWerke, seine schönsten Künste bestunden in der Ver-besserung der Menschen. Griechenland war so sehr davonüberzeugt, daß seine größten Männer, ein Homer, einPnthagoras, ein Plato, ein Lycurgus und Solon selbst, diese beyden großen Gesetzgeber und andre, dieick nicht zu nennen brauche, nach Acgypten gicnqen,Weisheit daselbst zu lernen. Gott hat gewollt, daßMoses in aller Nleisheir der Aegyprer unter- 7,,ncbter seyn sollte; und dadurch fing er an , mächtigm tVorren und in Thaten zu werden. Die wah-re Weisheit macht sich alles zu Nutze. Gott willnicht, daß diejenigen, welche er seiner Eingebungenwürdigt, die menschlichen Mittel versäumen sollen, dienach ihrer Art ebenfalls von Gott herkommen.

Die Weisen in Acgypten hatten die Diät studirt,wodurch die Gemüther gesetzt, die Körpcr stark/ dieFrauen fruchtbar, und die Kinder gesund und festwerden. Dadurch nahm das Volk sowohl der Men-ge, als der Stärke nach zu. Bas Land war von Na-tur gesund; allein die Philosophie hatte sie gelehrt.