492 BischofBossuets Einleitung
' daß man der Natur zu Hülfe kommen müßte. Esgiebt sowohl eine Kunst den Körper auszubilden, alsvio<z. 1.1. eine Kunst die Seele vollkommner zu machen. Die-5-se Kunst, welche wir durch unsre Nachläßigkeitverlohren haben, war den Alten wohl bekannt, undAegypten hatte sie erfunden. Es brauchte zu diesemherrlichen Endzwecke vornehmlich die Mäßigkeit undu-roä. ni. die Leibesübungen. Herodotus erzahlt, daß er auf ei-nem Schlachtfelds gewesen sey, wo die Hirnschedel derPerser sehr leicht zu zerbrechen, die ägyptischen aberso hart, als die Steine, gewesen waren, unter denen sievermengt gelegen. Wenn jene die Weichlichkeit derPerser beweisen, so zeigen die andern die starke Leibes-beschaffenheit, die ein maßiger Genuß der Speisen,und mannhafte Leibesübungen denAegyptern verschaffthaben. Das Wettrennen zu Fuße, der Wettlauf zuPferde, und das Rennen mit dem Wagen wurden inAegypten mit einer bewundernswürdigen Geschick-lichkeit verrichtet, und es waren in der ganzen Weltkeine Menschen, die so gut zu Pferde saßen, als dievioä.i. 5.z. Aegypter. Wenn uns Diodorus sagt, daß sie dasRingen, als eine Leibesübung verworfen hätten, die einegefährliche und nicht lange dauerhafte Stärke gäbe,so hat er das übertriebne Ringen der griechischen Klopf-fechter verstehen müssen, welches Griechenland selbst,ob sie gleich die Ringer in ihren Spielen krönte, als eineUebung getadelt hatte, die sich für freye Leute nichtschickte; allein wenn sie mäßig getrieben wurde, sowar sie freyer Leute würdig, und Diodorus selbst er-zählt uns, daß der Merkur der Aegypter die Regeln,und überhaupt die Kunst, den Körper auszubilden,erfunden hätte. So muß man auch das verstehen,was eben dieser Schriftsteller von der Musik sagt.
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