in die allgemeine Geschichte. 49z
Diejenige, welche sie verachtet haben sollen / weil sieden Muth weibisch macht, ist ohne Zweifel die der- Mä.zärtliche und weibische Musik, welche nur allein ver-gnügt, und die Herzen mir einer falschen Zärtlichkeiterfüllt. Denn was die männliche Musik betrifft, de-ren edle Harmonien das Herz und den Verstand er-heben so verachteten sie die Aegyptcr im geringsten nicht,weil ihr Merkur selbst, nach dem Diodorus, dieselbe,»ebst dem ernsthaftesten unter allen musikalischen In-strumenten erfunden hatte. Bey einem feyerlichcnAufzuge der Aegyptier, in welchem man die Bücherdes Trismegistus öffentlich zur Schau trug, sah man ^^.^einen Sanger vorangehen, der in seiner Hand einGymdolum der Musik, (ich weis nicht, was esist) und das Duci.> der heiligen Gejan^e trug.Mit einem Worte, Aegypten vergaß nichts, was denVerstand ausschmücken, das Herz edel, und den Körperstark machen konnte. Vierhundert tausend Soldaten, diees unrerhielt,waren diejenigen unter seinen Bürgern, dieam meisten geübt wurden DieGesehe derKriegszucht er-hielten sich sehr leicht,und so zu sagen,durch sich selbst,weildie Väter ihre Kinder allezeit darinnen unterrichteten.Denn die Kriegsproscßion pflanzte sich, wie andre Kün-ste, von dem Vater aufdenSohn fort, und nach den prie-sterlichen Familien waren diejenigen, welche am meistenHochachtung und Ansehen hatten, die zu den Waffenbestimmten Familien. Ich will unterdessen nicht sa-gen, daß Aegypten ein kriegerisches Land gewesen.Man mag immer ordentliche und regelmäßige Solda-ten haben , man mag sie in den Kriegöübungen nndin Schattenschlachten üben: es werden doch nur alleinwirkliche Kriege und Schlachten die Menschen kriege-risch machen. Aegypten liebte den Frieden, weil es
die