Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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494
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494 Bischof Bossuets Einleitung

die Gerechtigkeit liebte, und unterhielt nur zu seinerVertheidigung Soldaten. Es war mit seinem Landezufrieden , wo e6 alles im Ueberflusse hat/ und dachtealso auf keine Eroberungen. Es breitete sich auf eineandre Weife aus, weil seine Colonicn mit seiner Ar-tigkeit und seinen Gesetzen hier und da auf der Erdeeinige Länder erfüllten. Die berühmtesten Städte

l-l-t. inUm. kamen nach Äegypten, ihre Alterthümer zu erlernen,und aus der Quelle ihrer vortrefflichen Einrichtungenzu schöpfen. Man fragte in Acgypten von allen Or-ten her nach Weisheit. Als die Bürger der Stadt«er. ii. die olympischen Spiele, die berühmtesten in ganzGriechenland eingeführt hatten, so suchten sie durch ei-ne feyerliche Gesandtschaft den Beyfall der Aegypter,und lernten von ihnen neue Mittel, die Streitendenaufzumuntern. Äegypten herrschte durch seine Rath-schläge, und diese Herrschaft des Verstandes schien ih-nen edler und herrlicher zu seyn, als diejenige, wel-che durch die Gewalt der Waffen erlangt wird. Und ob-gleich die Könige von Theben unstreitig die mächtigstenin Äegypten gewesen sind, so haben sie doch niemals widerdie benachbarten Dynastien etwas unternommen; sie ha-ben dieselben erst ihrer Herrschaft unterwürfig gemacht,da sie von den Arabern angefallen wurden, so daß sie die-selben, die Wahrheit zu sagen, mehr den Fremdenabgenommen haben, als daß sie hätten über die natür-lichen Einwohner des Landes herrschen wollen. Wennsie aber haben Eroberer seyn wollen, so haben sie alleandern Völker überrroffen. Ich rede nicht vom Osi-ris, dem Ueberwinder der Indianer; vermuthlich istes Bacchus, oder ein andrer fabelhafter Held gewe-

vi°-!.iibr. I. scn. Der Vater des Sesostris, die Gelehrten hal-