in die allgemeine Geschichte. 5^7
Wenn Babylon hatte glauben können, daß es ebenso vergänglich, als andre menschliche Dinge wäre, undein unvernünftiges Vertrauen die Stadt nicht in diegrößte Blindheit gestürzt hatte, so würde sie nicht al-lein vorhergesehen haben, was Cyrus that, weil dasAndenken von dem Werke der Nitocris noch nicht ver-gessen war, sondern sie würde auch alle Perser ha-ben erschlagen können, welche auf dem trocknen Bodendes Flusses in die Stadt drangen, wenn sie die Stufen,die in den Fluß hinunter giengen, wohl bewacht hätte.Allein man dachte auf nichts, als aufLustbarkciten undSchmäuse: Es war weder Ordnung noch Anstalt,noch Anführung da. So gehen nicht allein die feste-sten Oerter, sondern auch die größten Königreiche unter!Das Schrecken herrschte überall; der gottlose Königwurde umgebracht, und Tenophon, welcher dem letz-ten Könige von Babylon diesen Namen giebt, scheintdurch dieses Wort dieKirchenraubereyen zu bezeichnen,die, wie Daniel zeigt, durch einen so erstaunlichen Un-tergang bestraft worden sind.
Die Meder, welche das erste Königreich der Assyrierzerstört hatten, zerstörten auch das andre, und es schien,als wenn diese Nation von einem feindseligen Schick-sale der Wyrier bestimmt gewesen wäre, ihre Größezu demüthigen. Allein dieses letztemal machte zu gleicherZeit die Tapferkeit und der große Name des Cyrus, x-»-«?»,daß die Perser,seine Unterthanen, den Ruhm dieser Ero.berung davon trugen.
Sie gehört auch in der That diesem Helden ganzallein, der, nachdem er, nach persischer Weise, eine stren-ge und ordentliche Auferziehung gehabt hatte, von sei- .ner Jugend an zu einem mäßigen und kriegerischen Le-ben gewöhnt worden war. Die Perser waren dazu-mal