Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
506
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5^6 Bischof Bossuets E-mleitung

barkeit des Landes unvergleichlich wurde. Damitman den ungestümen iaufsciner allzuschnellen Wasserhemmen möchte, so mußte man ihn durch hundert krum-me Wege führen, und eine große See graben lasse»,die eine Königinn mit einer unglaublichen Pracht um-gab. Nitocris , eine Mutter des Labinithus, dersonst auch Nabonides oder Büthasar hieß, und derletzte König in Babylon war, hatte diese großen Wer-ke aufführen lassen. Allein diese Königinn unter-nahm ein weit größres Werk: sie führte über den Eu-phrates eine steinerne Brücke, damit die beydenSeiten der Stadt, welche durch die fast unermeßlicheBreite des Flusses allzuweit von einander abgesondertwaren, Gemeinschaft mit einander haben könnten.Man mußte also einen so heftigen und tiefen Fluß aus-trockne»/ und seine Wasser in eine entsetzlich großeSee ableiten, welche die Königinn hatte graben las-sen. Zu gleicher Zeit baute man die Brücke, zu wel-cher die kostbaren Materialien schon fertig lagen,und man führte an beyden Seiten des Flusses eineMauer von Ziegelsteinen von einer außerordentlichenHöhe aus, an welcher man Stufen nach den Flußhinunter gemacht hatte. Dieses Werk war so schön,als die Mauern der Stadt. Die Geschwindigkeit, mitwelcher der Bau vollendet wurde, glich der Größedesselben vollkommen. Allein eine so weise Königinnsah nicht vorher, daß sie dadurch ihre Feinde lehrte,wie sie die Stadt einnehmen sollten. Die See, wel-che sie hatte graben lassen, war es, worein Cyrusden Euphrat ableitete, als er die Hoffnung aufgab,Babylon durch Gewalt oder Hunger zu zwingen, under öffnete sich dadurch auf beyden Seiten der Stadt denEingang, von dem die Propheten vorhergeweißagthaben« Wenn