Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
508
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5o8 Bischof Bossuets Einleitung

V. 44. mal Völker, die sich der Mäßigkeit so sehr ergaben,als sie^sich hernach der Wollust überließen. Die Meder, die^lv. v^/' vordem so arbeitsam und streitbai-gewesen, endlich aberdurch den Ueberfluß weichlich geworden waren, wie esimmer zu gehen pflegt, brauchten einen solchen Heer-führer. Cyrus bediente sich ihrer Reichthümer, undihres Namens, der immer im ganzen Oriente geehrtworden war; allein er fetzte alle Hoffnung desglücklichen Fortganges seiner Waffen auf die Kriegs-völker, die er aus Persien mit sich brachte. In derersten Schlacht wurde der König von Babelgetödtet, und die Affyrier geschlagen. DerUeber-winder bot dem neuen Könige einen Zweykampf an, undindem er seinen Muth zeigte, so erwarb er sich den Ruhmeines gnadigen Prinzen, der sein Volk schonte. Ervereinigte die Staatsklugheit mit der Tapferkeit. AusFurcht, ein so schönes iand zu verheeren, das er schonals sein erobertes Land ansah, beschloß er, daß die Ar-beiter im Felde auf beyden Seiten verschont werdensollten. Er wußte die Eifersucht der benachbartenVölker wider die hochmüthige Macht der Babylonierzu erwecken,die alleLänder mit Krieg überzog; derRuhm,den er sich sowohl durch seine Großmuth und Gerechtig-keit,als auch durch dasGlück seincrWaffen erworben hat-te, vereinigte sie alle unter seine Fahnen,und er unterwcn-fsich also mit einem so mächtigen Beystande die großenweitlauftigenLänder,aus welchen er seinReich auflichtete.

So entstund diese Monarchie. Cyrus machte sieso gewaltig/ daß sie unter seinen Nachfolgern fast noth-wendiger Weife zunehmen mußte. Aber wenn man wis-sen will, was sie versohren hat, so muß man nur diePerser und die Nachfolger des Cyrus mit den Griechenund ihren Generalen, vornehmlichaber mit demAlexander vergleichen.

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