Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
509
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in die allgemeine Geschichte. 509

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Von

den Persern, den Griechen, und Alex»

. andern, dem Großen.

(jAambyscs, ein Sohn des Cyrus, war derjenige,welcher die Sitten der Perser verdarb. SeinVater, welcher mitten unter dem Kriege so wohlerzogen worden war, trug nicht Sorge genug da-für, daß sein Nachfolger in einem so großen Reichekinc solche Erziehung bekommen möchte, als er gehabthatte. Eine allzuaußcrordentliche Größe schade«te, nach dem gewöhnlichen Schicksale der menschlichenDinge, der Tapferkeit. Darius, ein Sohn des Hysta-spes, welcher aus dem Privatleben zum Throne er-hoben wurde, brachte beßre Fähigkeiten zu der unum-schränkten Regierung, und gab sich einige Muhe/dieeingcrißnen Unordnungen zu verbessern. Allein dieVerderbniß war schon zu allgemein; der Ueberflußhatte allzuviele Ausschweifungen in den Sitten einge-führt, und Darius hatte selbst nicht Kräfte genug übrigbehalten, als daß er hätte fähig seyn können, alles wiederin Ordnung zu bringen. Unter seinen Nachfolgernverschlimmerte sich alles noch mehr, und die Schwel-gerey der Perser hatte keine Grenzen mehr.

Allein obgleich diese Völker, nachdem sie mächtiggeworden waren, viel von ihrer alten Tapferkeit ver-kehren hatten, indem sie sich den Ergehlichkeiten über-ließen, so behielten sie doch allezeit noch etwas Gros-ses und Edles. Was kann edler seyn, als der Ab-scheu, den sie vor den Lügen hatten, ein Laster, wel-ches unter ihnen allezeit für das schändlichste und nie-derträchtigste gehalten worden ist? Nach den Lügen

gereichte