in die allgemeine Geschichte. 51z
den lassen sollten,damit sie freye, und wahre Könige, undHerren über sich selbst und ihre Begierden seyn könnten.Der vierte befestigte ihren Muth gegen die Furcht, wel-che Sklaven aus ihnen machen, und ihnen das Ver-trauen zu sich selbst, das so nöthigzur Regierung ist, neh-men möchte.Die jungen Herren des Reiches wurden amHofe des Königes mit seinen Kindern erzogen. Man trugbesondre Sorge dafür, daß sie nichts niederträchtiges se-hen und hören möchten» Man mußte dem Königevon ihrer Aufführung Rechenschaft geben. Wennman ihm davon Nachricht gegeben hatte, so erhieltensie nach seinem Befehle, wie sie verdienten, baldStrafen, bald Belohnungen. Die Jugend, wel-che sie sah,lernte bey guter Zeit mit der Tapferkeit, dieWissenschaft zu gehorchen, und zu befehlen. Was konnteman nicht bey einein so schönen Unterrichte von denKöni-gen in Persien und voi, ihrem Adel hoffen, wenn sie inden zunehmenden Jahren mit eben der Sorgfalt ange-führt worden waren, mit der sie in ihrer Kindheit unter-wiesen worden waren. Allein die verderbten Sitten derNation rissen dieselben gar bald zu den Erblichkeitenund Lustbarkeiten fort, wider welche keine Erziehungaushalten kann. Man muß unterdessen einräumen,daß es den Persern bey aller ihrer Weichlichkeit, beyaller ihrer Sorgfalt für ihre Schönheit, und für ihrenPutz nicht an Tapferkeit fehlte. Sie haben sich ih-rer beständig gerühmt, und auch sehr hcrrli.che Be-weise davon gegeben. Die Kriegswissenschaft hat-te unter ihnen den Vorzug, den sie als diejenige ver-diente, unter deren Schutze alle andern Künste in Ru-he ausgeübt werden konnten. Allein sie drangen nie-mals auf den Grund davon; sie wußten nicht, wasunter einer Armee die Strenge, die Kriegszucht, die
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