sende Frechheit wurde. Gesetze, die in einer edlen Ein-falt geschrieben waren, und keine große Anzahl ausmach-ten, erhielten das Volk in seiner Pflicht, und trieben siean, daß sie alle zum allgemeinen Besten einmüthig be-hülflich waren.
Die Idee der Freyheit, die ihnen eine solcheAufführung eingab, war vortrefflich. Denn die Frey-heit, welche sich die Griechen vorstellten, war eine demGesetze unterwürfige Freyheit, sie gehorchte derVernunftselbst, welche vom ganzen Volke als seine Beherr-scherinn erkannt wurde. Sie wollten nicht haben,daß Menschen unter ihnen mächtig seyn sollten. Dieobrigkeitlichen Personen, die wahrend ihres Amtes ge-fürchtet wurden, behielten dasselbe nicht beständig, undwurden wiederum Privatpersonen, die nicht mehr An-sehen behielten, als ihnen ihre Erfahrung gab. DieGesetze wurden für die obersten Beherrscher angesehen;sie setzten die- Obrigkeiten ein, sie setzten ihrer GewaltGrenzen, und bestrasten sie, wem, sie ihr Amt nichtnach ihren Verordnungen löblich genug verwaltet hatten.
Es ist hier nicht der Ort, zu untersuchen, ob dieseGedanken so gründlich/ als scheinbar sind. Kurz, Grie-chenland war davon bezaubert, und zog die Beschwer-lichkeiten der Freyheit dcnBeschwerlichkeiten einer recht-maßigen Unterwürfigkeit vor, ob diese gleich in der Thatgeringer sind. Wie aber eine jede Negierungsart ihreVortheile hat, so zogen die Griechen diesen aus der ihri-gen, daß die Bürger immer mehr lind mehr für ihr Landeingenommen wurden, das sie insgemein regierten, undin welchem ein jeder die Hoffnung hatte, zu den vornehm-sten Würden zu gelangen.
Was die Philosophie zur Erhaltung des griechi-schen Staates that, ist unglaublich. Je freyer diese
Völker