Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
519
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in die allgemeine Geschichte. 519

Völker waren, desto nöthiger war es, durch.guteGründe die Regeln der Sitten, und der Gesellschaftfestzusetzen. Pythagoras, Thales , AnaragoraS, So-krates, Archytas, Plato, Tenophon, Aristoteles undeine unzähligeMenge andrer Philosophen erfüllten Grie-chenland mit herrlichen Vorschriften. Es gab ausschwei-fende Köpfe, welche den Namen der Philosophen an-nahmen ; allein diejenigen, welche viel Anhänger hatten,lehrten öffentlich, daß man den eignen Nutzen undselbst das Leben dem allgemeinen Nutzen und derWohlfahrt desStaates aufopfern müßte,und die meistenPhilosophen nahmen es, als einenGrundsatz an,daß mansich entweder den öffentlichen Geschafften ganz entziehen,oder dabey nur das öffentliche Beste wahrnehmen sollte.

Warum rede ich von den Philosophen ? Die Poe-ten selbst, welche in den Händen aller Welt waren,unterrichteten sie noch mehr, als sie sie belustigten»Der berühmteste unter den griechischen Ueberwindern sahden Homer als einen Meister an, von dem er dieKunst zu regieren lernen könnte. Dieser Poet lehr-te nicht so wohl, daß man gehorchen, als daß man einrechtschaffner Bürger seyn sollte. Er und so viele an-dre Poeten, deren Werke so nützlich, als angenehm sind,verherrlichen allein die dem menschlichen Geschlechtezuträglichen Künste, und sind vom allgemeinen Besten,vom Vaterlande, von der Geselligkeit und von dervortrefflichen Policesse voll, die wir kurz vorher erklärthaben.

Wenn also die Griechen, die in diesen Gedankengleichsam aufgewachsen waren, die Einwohner Asiens mit ihrer Zärtlichkeit, mit ihrem Putze, und mit ihrerweibischen Schönheit sahen, so bezeugten sie nichts,als Verachtung gegen sie. Allein die Rcgierungs-K k 4 form