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form derselben erfüllte sie mit Abscheu, weil sie allein denWillen eines einzigen Prinzen zum Gesetze hatten, undihn als den Herrn aller Gesetze, und sogar der allerheilig-stcn erkannte, und der verhaßteste Gegenstand für dieGriechen waren die Barbaren, wie sie alle fremden Völ-ker nannten. Dieser Hasi war von den ersten Zeiten' her bey den Griechen eingewurzelt, und ihnen gleich-!K-cr.t>zi,ex. natürlich geworden. Eine Ursache, warum diePoesie des Homer so sehr geliebt wurde, war diese,daß er die Vortheile und Siege Griechenlandes überAsien besang. Auf der Seite von Asien war Venus;das sagte so viel, daß man bey ihnen nur Lustbarkei-ten, thörichte Wollüste und Weichlichkeiten antraf;allein auf der Seite der Griechen befanden sich Juno,oder die Ernsthaftigkeit mit der ehelichen Liebe, Mer-kur mit seiner Beredtsamkeit, und Jupiter und dieStaatsklugheit. Auf Asiens Seite stund der unge-stüme und viehische Mars, oder der Krieg, der mitWut und Raserey geführt wird; den Griechen aberstund Pallas, oder die Kriegswissenschaft und dieTapferkeit bey, welche der Verstand regiert.Griechenland hatte von der Zeit an bestandig geglaubt,daß der Verstand, und der wahre Muth ihm vonder Natur schon zugetheilt worden wäre. Es war denGriechen unerträglich, daß Asien darauf umgieng, sieunter das Joch zu bringen, und sie hatten geglaubt,wenn sie sein Joch angenommen hätten, die Tugendder Wollust, den Verstand dem Körper, und die wah-re Tapferkeit einer unvernünftigen unsinnigen Gewaltunterworfen zu haben, die nur durch die Menge ihrerSosdaten einige Starke erhielt.
Griechenland war von diesen Empfindungen voll,als es vom Darius, dem Sohne des Hystaspes, und
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