Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
521
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in die allgemeine Geschichte. 521

vom Terres mit Armeen angegriffen wurde, derenStärke beynahe fabelhaft zu seyn scheint, so ungeheuerist ihre Anzahl. Sogleich schickte sich ein ieder zur Ver-theidigung seiner Freyheit. Obgleich alle griechischenStädrc so viele einzelne Republiken waren, so vereinigtesie doch das allgemeine Beste alle, und es kam nurdarauf ail, welche am meisten für dasselbe thun würde.Es kostete den Athenienfern nichts, ihre Stadt derPlünderung und dem Feuer zu überlassen, und nach-dem sie ihre Greise und ihre Weiber mit ihren Kin-dern gerettet hatten, so begaben sich alle, welche die Waf-fen tragen konnteil, auf die Schiffe. Damit die per-sische Armee bey einem schweren Passe ein wenig auf-gehalten werden, und fühlen möchte, was Griechen-land wäre, so eilten eine Handvoll Lacedamonier mitihrem Könige, dem Leonidas, in einen gewissen Tod,und kamen vergnügt und mit Freuden um, nachdemsie ihrem Vaterlande eine unzahlbare Menge dieserBarbaren aufgeopfert, und ihren Mitbürgern einBeyspiel einer unerhörteil Kühnheit hinterlassen hatten.Wider solcheArmeen und wider solcheAnführer warPer--sien zu schwach, und erfuhr verschidnemale zu seinemSchaden, was die Ordnung wider die Menge undVerwirrung, und eine Tapferkeit, die vom Ver-stände regiert wird, wider eine blinde ungestüme Machtvermögen.

Persien , das so oft überwunden worden war, konn-te weiter nichts thun, als die Griechen unter einanderuneinig machen, und der Zustand selbst, worein sie sichdurch ihre Siege gebracht hatten, erleichterte die-se Unternehmung. Die Furcht erhielt sie in der Ein-tracht ; der Sieg und das Vertrauen auf ihre Kräfteunterbrach die Eintracht. Sie waren der SchlachtenK k 5 und