und Siege gewohnt; als ihnen die Macht der Per-ser nicht mehr furchtbar zu seyn schien, kehrten sie dieWaffen wider einander selbst. Wir müssen aber die-sen Zustand der Griechen, und dieses Geheimniß derpersischen Staatskunst weitlauftiger erklären.
Unter allen diesen Republiken, woraus Griechen-land bestund, waren Athen und Lacedämon unstreitigdie vornehmsten. Mail kann nicht mehr Verstand ha-ben, als die Einwohner der Stadt Athen hatten, undnicht mehr Starke besitzen, als die Spartaner besaßen.Athen verlangte nur nach Lustbarkeiten; das Leben derLacedamonier war ein hartes und arbeitsames Le-ben. Beyde Städte liebten die Ehre und die Frey?heit: Allein in Athen neigte sich die Freyheit gemei-niglich zur Frechheit und Ueppigkeit; in Lacedamonwurde sie durch strenge Gesetze eingeschränkt, und ie-mehr sie von innen im Zaumegehalten wurde, desto-mehr suchte sie sich von außen auszubreiten und zuherrschen. Athen wollte auch herrschen; aber aus ei-ner andern Ursache. Der Eigennutz mengte sich inseinen Ehrgeiz; seine Einwohner hatten es in derKunst zu schiffen hoch gebracht, und das Meer, wosie herrschten/hatce die Stadt mit großen Reichthümernerfüllt. Damit die Handlung ganz allein in ihrer Ge-walt bleiben möchte, so wollten sie sich alles unterwür-fig machen; und die Reichthümer, welche dieses Ver-langen in ihnen erregten, boten ihnen die Mittel zur Be-friedigung ihres Verlangens dar. In Lacedamonaber wurde der Ueberfluß verachtet. Alle seine Ge-setze zielten dahin ab, aus der Stadt eine streitbareRepublik zu machen, und folglich war die Ehre derWaffen die einzigeReizung, wovon die Gemüther sei-ner Einwohner bezaubert waren, , Darum war es
natür-