in die allgemeine Geschichte. 525
natürlich, daß sie herrschen wollten, und ie weiter sieüber den Eigennutz erhoben waren, desto mehr überlies-sen sie sich dem Ehrgeize.
Lacedamon war durch seine ordentliche Lebensart inseinen Grundsätzen und Anschlagen standhaft. DieStadt Athen war hitziger, und das Volk hatte da?selbst allzuviele Gewalt. Die Philosophie und dieGesetze thaten in der That bey den Gemüthern., dievon Natur schon so gut waren, vortreffliche Wirkuingen; allein die Vernunft allein war nicht fähig, siezurück zu halten. Ein weiser Athcnienser, welcher ?i.ä-icx.ii!.die natürliche Gemüthsart seiner Landsleute vortreff-lich kannte, lehrt uns, daß die Furcht für diese allzu-lebhafte und allzufreye Gemüther nothwendig gewesenwäre, und daß man sie nicht mehr im Zaume haltenkönnen, so bald sie der Sieg bey Salamin über diePerser in Sicherheit gebracht, und ihren Muth befe-stigt hatte.
Der Ruhm ihrer schönen Thaten, und die Si-cherheit, worinnen sie zu seyn glaubten, diese beydenDinge verderbten sie. Die Obrigkeiten fanden keinenGehorsam mehr, und wie Persien von seiner allzu-großen Unterwürfigkeit leiden mußte, so empfandAthen, wie Plato sagt, die Uebel einer allzugroßenFreyheit.
Diese beyden großen Republiken, die einander in ih-renSitten und ihrer Aufführung ungleich waren,hinder-ten eine die andre in dem Vorhaben, sich Griechenland unterwürfig zu machen. Sie waren also beständige Fein-de von einander, mehr darum, wei l ihre Vortheile nichtmiteinander bestehen konnten,als darum, weil sich ihreGemüthsarten gar nicht zusammen schickten.
Die