Die griechischen Städte wollten weder von der ei-nen, noch von der andern sich beherrschen lassen; dennaußerdem, daß iedc ihre Freyheit zu behaupten wünsch-te, so hielten sie die Herrschaft von beyden Republi-ken für allzubeschwerlich. Das Joch der Lacedamom-ärM.?ll!!c. er war schwer. Man bemerckte an diesem Volkes. 4- ein gewisses wildes Wesen. Die allzustrenge Regie-rung, und die .allzuarbcitsame Lebensart machteihre Gemüther allzutrohig, allzustrenge, allzuherrsch-süchtig; es kam dieses hinzu, daß man sichs gefallenlasseil mußte, unter der Herrschaft einer solchen Stadtniemals Friede zu haben, die zum Kriege eingerich-tet war, und sich nicht erhalten konnte, wenn sie ihnnicht bestandig fortsehte. Die Lacedämonier woll-ten also befehlen, und alle Welt fürchtete sich vor ih-rer Herrschaft. Die Athenienser waren von Naturleutseliger nnd angenehmer. Es war nichts anmu-thigers zu sehen, als ihre Stadt, wo Feste auf Feste,Lustbarkeiten auf Lustbarkeiten, Spiele auf Spielefolgten, und wo Verstand, Freyheit, und Leidenschaf-ten alle Tage etwas neues zu sehen gaben.Allein ihre un-gleiche Aufführung misficl ihren Bundesgenossen, undihren Unterthanen war sie »och unerträglicher. Dennman mußte daselbst den wunderlichen Eigensinn einesgeschmeichelten Volkes aushalten, welches, wie Platosagt, noch gefahrlicher ist, als den Eigensinn einesPrinzen erdulten, den die Schmeicheley verderbt hat.
Diese beyden Städte ließen Griechenland in keinerRuhe. Sie haben, N^onseigneur, den pcloponne-sischen Krieg, und viele andre gesehen, die durch dieEifersucht der Athenienser und Spartaner entwederverursacht, oder unterhalteil worden sind. Alleineben diese Eifersucht, welche Griechenland beunruhig-te,