in die allgemeine Geschichte. 525
te, erhielt es gewissermaßen, und verhinderte es,daß sie weder der einen, noch der andern von diesen Re-publiken unterwürfig werden durften.
Die Perser bemerkten diesen Zustand Griechenlan-des sehr bald. Das ganze Geheimniß ihrer Staats-kunst bestund darinnen, daß sie diese Eifersucht zu er-halten, und die Uneinigkeiten und Spaltungen zu ver-mehren suchten. Lacedamon, welches die ehrgeizigsteRepublik war, machte es zuerst, daß die Perser anden Streitigkeiten der Griechen Antheil nahmen. Al-lein sie thaten es mit dem Vorhaben, die ganze Na-tion unter ihre Herrschaft zu bringen. Indern sie dieGriechen durch einander zu schwachen suchten, erwar-teten sie nur den gelegnen Augenblick, wo sie dieselbenalle auf einmal überwältigen konnten. Schon sa-hen die griechischen Städte in ihren Kriegen auf nie-manden , als auf den König von Persien, den sie nurden großenKönig) oder vorzüglich und allein, den König,nannten, als ob sie sich schon unter seine Unterthanengerechnet hatten. Allein es war^ unmöglich, daß deralce Geist der Griechen nicht erwachen sollte, da sieeben in der Gefahr waren, in die Sklaverey, undGewalt der Barbaren zu fallen. Einige kleine grie-chische Könige unternahmen es, sich diesem großen Kö-nige zu widersetzen, und seine Herrschaft zu erniedri-gen. Agesilaus, der König von Lacedamon, führteeine Armee, die zwar klein, aber in der Kr.iegszucht/die sie kennen, bestandig geübt worden war; die Per-ser mußten in Kleinasien vor ihm erbittern, und er zeigte,daß man sie demüthigen könnte. Die Uneinigkeiten inGriechenland hielten ihn in seinen Eroberungen auf;doch es trug sich zu seiner Zeit zu, daß der junge Cy-rue sich wider seinen Bruder, den Artaxerxes, erklär-te.