Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
531
Einzelbild herunterladen
 

in die allgemeine Geschichte. 551

Dem sey nun , wie ihm sey, so sehen wir doch anseinem Beyspiele, daß außer den Fehlern, die die Men-schen verbessern könnten,nämlich außer denen, die sie anseiner allzugroßen Hitze, oderaus Unwissenheit begehen,alle menschlichen Dinge eine unvermeidliche Unvollkom-menheit an sich haben, und das ist die Sterblichkeit.Alles kann dadurch auf einmal fallen und untergehen.Dieses zwingt uns zu dem Geständnisse, daß das unzer-trennlichste Gebrechen aller menschlichen Dinge, dasihnen, wenn ich so sagen darf, am meisten anhangt,ihre eigne Hinfälligkeit ist. Es hat also derjenige,welcher einen Staat zu erhalten und zu befestigen weis,eine höhere Stufe der Weisheit erreicht, als der,welcher Länder erobern und Schlachten gewinnenkann.

Es ist nicht nöthig, daß ich ihnen umständlich er-zähle, was den Untergang der Reiche, die aus denTrümmern des Reiches des Alexanders entstunden,des syrischen, des «macedonischen, und des ägypti-schen verursachthat. Sie hatten eine Ursache ihres Un-terganges mit einander gemein; sie mußten einer grös-sern Macht, nämlich der Macht der Römer weichen.Wollen wir unterdessen den letzten Zustand dieser Mo-narchien betrachten, so werden wir die unmittelbarenUrsachen ihres Falles sehr leicht finden. Wir wer-den unter andern Dingen sehen, daß das mächtigsteReich unter allen, nämlich das syrische, erst durch dieWeichlichkeit und Schwelgerey der Nation crschüt«

tcrc, und hernach durch die Uneinigkeiten ihrerPrinzen völlig zu Grunde gerichtetworden ist.

Von