in die allgemeine Geschichte. 5^5
kein Uebel war; sie sahen sie vielmehr, als ein Mittelan, ihre Freyheit ganz zu behaupten, da niemandfreyer und ununterwürfiger ist, als ein Mensch, der vonwenigem zu leben weis, und ohne etwas von dem Schu-tze oder ocr Freygebigkeit eines andern zu crwartcn,sei-nen Unterhalt allein von seinem Fleiße und von seinerArbeit erhalten will.
Dieses thaten die Römer. Die Viehzucht, derAckerbau, die Sparsamkeit, die sie antrieb, sich al-les, was sie konnten, zu entziehen, und die Arbeit; daswar es, wodurch sie ihr Leben, und ihre Familien er-hielten, die sie zu ahnlichen Arbeiten angewöhnten-
Titus Livius hat Recht zu sagen, daß niemals einVolk gewesen sey, wo die Mäßigkeit, die Sparsam-keit, und die Armuth länger in Ehren gewesen sind, alsbey den Römern. Die größten Rathsherren waren,nach dem Aeußerlichen zu urtheilen, von Bauern nichtunterschieden, und erschienen weder öffentlich, noch imSenate mit einer äußerlichen Pracht und Majestät.Im übrigen fand mm, sie bey dem Pfluge und bey an-dern Beschädigungen des Landlebens, wenn man sieaufsuchen ließ, daß sie die Kriegsheere anführen soll-ten. Dergleichen Exempel wird man in ihrer Ge-schichte häufig antreffen. Curius und Fabricius, die-se großen Feldherren, welche den Pyrrhus, einen so rei-chen König, überwanden, hatten kein silbernes Gefäße,und der erste, dem die Sabiner Gold und Silber an-boten, gab zur Antwort, sein Vergnügen bestündenicht darinnen, selbst Gold zu besitzen, sondern überdie zu herrschen, welche Gold besäßen. Wenn sietriumphirt, und die Republik mit dem Raube ihrerFeinde bereichert hatten, so hinterließen sie nicht einmalsoviel, daß sie zur Erde bestattet werden konnten, Die-
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