Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
538
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5Z8 Bischof Bessuets Einleitung

Die Gesetze, welche die Miliz zu beobachten hatte,waren hart, aber nothwendig. Der Sieg war für die-jenigen, welche ihn ohne den Vefehl des Feldherrn da-von trugen,j sehr oft gefährlich und tödtlich. Ein Sol-dat wagte sein Leben, nicht allein wenn er floh, wenner seine Waffen wegwarf, wenn er seinen Posten ver-ließ, sondern auch, wenn er sich ohne ausdrücklichenBefehl seiner Obern, so zu sagen, nur bewegte und rühr-te. Wer die Waffen vor dem Feinde niederlegte, undsich lieber gefangen nehmen lassen, als auf eine rühm>liche Art für sein Vaterland sterben wollte, wurde al-^lör'ii^^' ^ BenstMdes unwerth geachtet. Gemeiniglich rech-nete man die Gefangnen nicht mehr unter die Bürger,und man überließ sie den Feinden, als unwürdige undabgehauene Glieder der Republik . Sie kennen ausdem Florus und Cicero die Geschichte des Regulus,welcher den Senat auf Unkosten seines eignen Lebensüberredete, den Carthaginensern die Gefangnen zu über-^v^'^' Äm Kriege mit dem Hannibal, nach dem

!.!v.xxii. Verluste der Schlacht bey Camus, in dieser Zeit, wo57-5S- durch so viele Verlorne Schlachten erschöpft war,

und an Soldaten Mangel litt, wollte der Senat wi-der seine eigne Gewohnheit lieber acht tausend Skla/den bewaffnen, als acht tausend Römer aus der Ge-fangenschaft lösen, welches ihm nicht mehr gekostet hät-te, als die neue Miliz, die er aufrichtete. Alleindamals, da die Angelegenheiten der Stadt Rom incic.^eo?. den schlimmsten Umständen waren, wurde das unver-!U> brüchliche Gesetz mehr als iemals bestätigt, daß näm-lich ein römischer Soldat entweder überwinden odersterben müßte.

Aus diesem Grunde stritten und vereinigten sich dierömischen Armeen so lange wieder, bis sie auf das Al-leraus-