Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
539
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in die allgemeine Geschichte. 5Z9

leräußerste gebracht wurden, und wenn sie schon auch ge-schlagen und zerstreut worden waren. Es waren nach derAnmerkungdesSallustius unter den Römern mehrSol-datcn gestraft worden,welche wider denBefehlihrerFcld- ^Herren gestritten hatten, als welche von ihrem Postengewichen und geflohen waren. Ihr Muth mußte mehrzurückgehalten werden, als die Zaghaftigkeit angefeu-ert werden mußte.

Mit der Tapferkeit vereinigten sie einen großen undersindsamen Verstand. Sie waren vor sich selbst schonfieisiig und sinnreich genug; sie wußten sich aber alles,was sie bey andern Völkern mahrnahmen, was die Be-quemlichkeit der lagcr, die Schlachtordnung, und dieGattung der Waffen angieng, und was den Angriffoderdie Vertheidigung erleichtern konnte, auf eine unver-gleichliche Art zu Nutze zu machen. Es ist aus demSallustius und andern Schriftstellern bekannt, wasdie Römer von ihren Nachbarn, und ihren Feindenselbst gelcrnet haben. Wer weis es nicht, daß sie von ^den Carthaginensern die Erfindung der Galeren absa-hen, womit sie dieselben nachher überwanden, und daßsie von allen Völkern, die sie nur kannten, etwas lern-ten, womit sie sie alle bezwingen konnten?

Es ist auch in der That aus ihrem eignen Geständ-nisse gewiß, daß die Gallier sie an Lcibesstärke über-trafen, und ihnen an Muth gleich waren. PolybiuS kx-ixb.n.-L.zeigt, daß die Gallier bey einer Gelegenheit, die sehrvieles entscheiden sollte, den Römern nicht allein anMenge überlegen waren, sondern auch mehr Kühn-heit zeigten, so unerschrocken sie auch waren.Gleichwohl sehen wir allemal, und selbst bey die-ser Gelegenheit diese Römer, die sonst in allen Stückenden Galliern .weichen mußten, den Vortheil über sie

davon