Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
540
Einzelbild herunterladen
 

54O Bischof Bossuets Einleitung

davon tragen, weil sie die besten Waffen zu wählen,sich in die beste Ordnung zustellen, und sich im Treffenam besten der Zeit zu Nutze zu machen wußten. Die-ses werden sie, N7oNseigneur, noch einmal umständ-licher und genauer im PolybinS finden, und sie habenin den Büchern des Julius Cäsar selbst angemerkt,daß die Römer, welche dieser große Feldherr anführ-te, die Gallier mehr durch oie Künste der Kriegswis-senschaft, als durch ihre Tapferkeit überwunden haben.

Die.Macedonier, welche so sehr über die alte Ord-nung bey ihrer Miliz hielten, welche Philippus undAlexander eingeführt hatten, schrieben ihrem Phalanxeine Unüberwindlichkeit zu, und konnten sich nicht über-reden.daß der menschliche Verstand etwas erfinden könn-te, das dauerhafter wäre. Unterdessen haben eben derxvn. Polybius, und Titus Livius nach ihm gezeigt, daß, wenn5!xxxi^' man nur die Beschaffenheit der römischen unddermace-^' donischen Armeen erwöge, die letzten in die Länge den-noch überwunden werden mußten, weil der macedoni-sche Phalanx, der ein gevierter und auf allen Hei-len sehr dichter Haufe war, sich allezeit nur aufeinmal fort bewegen konnte; da hingegen die römischeArmee, die in kleinere Haufen getheilt wurde, zu aller--ley Bewegungen geschickter, und geschwinder war.

Die Römer haben also die Kunst, die Armeen inverschiedne Haufen und Geschwader einzutheilen, undnoch einen besondern Haufen zu machen, der im Falle derNoth den Nothlcidenden beyspringen, und vermögeseiner Bewegungen bald in die Feinde eindringen,bald die Weichenden unterstützen könnte, diese Kunsthaben sie entweder erfunden, oder sehr bald gelernt.Man lasse also gegen so wohl eingerichtete Kriegsvöl-ker den macedonischen Phalanx anrücken; dieser

große

/