in die allgemeine Geschichte. 541
große und ungeheure Haufe wird unstreitig für eineArmee schrecklich seyn, auf welche sie mit ihrer ganzenLast losfallen wird; allein diese Maschine wird, wiePolybius sagt, seine natürliche Eigenschaft, nämlichihre Dauer und Beständigkeit nicht lange behaupten;sie braucht ihre eignen Oerter, die, so zu sagen, für sieausdrücklich gemacht sind, und, wofern sie dieselbennicht findet, wird sie sich selbst in Verwirrung brin-gen, und sich durch ihre eigne Bewegung zernichten.Wenn der Feind einmal in einen Phalanx eingebro-chen ist, so wird er sich nicht wieder vereinigen können.Die römische Armee aber, die in verschiedne kleineHaufen eingetheilt ist, machet sich alle Oerter zu Nu-tze, und richtet sich nach ihnen; sie schließt sich undtrennt sich, wie sie will; sie zieht sich durch enge Ge-genden, und versammelt sich sehr leicht wieder; sieist zu allen Absonderungen der verschiednen Haufen voneinander, zu allen Schließungen, Wendungen, undmannichfaltigen Ordnungen der Soldaten fähig, diesie entweder ganz, oder getheilt vornimmt, nachdem essich schickt; sie hat endlich mehr verschiedne Bewegun-gen, und folglich mehr Thätigkeit und Stärke, alsein Phalanx. Man kann also mit dem Polybiusdaraus schließen, daß der Phalanx der römischen Ar-mee weichen, und Makedonien überwunden werdenmußte.
Es ist ein Vergnügen, N7onseictneur, mit ihnenvon diesen Dingen zu reden, in welchen sie von so vor-trefflichen Lehrern unterrichtet worden sind, und welcheunter den Befehlen Ludwig des Großen so vortrefflichausgeübt werden, daß ich nicht weis, ob die römischeMilitz iemals etwas so schönes gesehen hat. Doch ichwill hier keine Vergleichung zwischen ihr und der fran-zösischen