Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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542
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542 Bischof Bossuets Einleitung

zösischen Miliz anstelle»; ich begnüge mich daran,das; sie gesehen haben, daß die römische Kriegsmacht alleKriegsversassungcn der vorigen Jahrhunderte weitübertroffen, habe, man mag entweder auf die Wissen-schaft, seiner Vortheile wahrzunehmen, oder auf dieaußerordentliche Strenge sehen, mit welcher die Rö-mer die Kriegsbefehle beobachten ließen.

Nach Maccdonien braucht man nicht mehr vonGriechenland mit ihnen zu reden: Sie haben gesehen,daß Macedonien daselbst die Oberhand hatte, und siekönnen also nach diesem Reiche von den übrigen Grie-chen urtheilen. Athen hat nach den Zeiten Alexan-ders nichts merkwürdiges mehr hervorgebracht. DieAetolier, welche sich in verschiednen Kriegen, hervor-thaten, waren mehr widerspenstig, als frey, mehr vie-hisch, als tapfer. Lacedamon hatte seine letzten Kräf-te im Kriege gewiesen, da sie den CleomeneS hervor«gebracht, und der Build der Achaer machte sich nochdurch ihren Philopömen merkwürdig. Rom hatwider diese beyden großen Feldherren nicht gestritten;allein der letzte, welcher zu den Zeiten Hannibals unddes Scipio lebte, sah die Römer in Griechenland Kriegführen, und urtheilte ganz wohl, daß es mit der Frey-heit der Griechen bald aus seyn würde, und daß manweiter nichts thun, als ihren völligen Verlust noch ei-nige Augenblicke aufhalten könnte. So mußten denndie streitbarsten Völker den Römern weichen; die Rö-mer haben über den Muth der Gallier, über den Muthund die Wissenschaft der Griechen, und nach allem die-sen über die listigsten und verschlagensten Anstalten desHannibals triumphirt, daß also noch keine Kriegsmachteine so große Ehre eingelegt hat, als die ihrige.

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