in die allgemeine Geschichte. 55z
er überwunden hatte, bloß darum weil er bey einem sogroßen Unglücke an den Angelegenheiten der Republik nicht verzweifelt hatte. Der Senat dankte ihm öffcnt«lich dafür, und man beschloß sogleich nach den altenrömischen Grundsätzen, in diesen betrübten Umstän-den keine Friedcnsvorschläge anzuhören. Der Feindwurde in Erstaunen gesetzt; das Volk faßte wiederMuth, und glaubte, daß noch Mittel zur Rettungübrig waren / welche die Klugheit des Senateskennte.
Diese Sündhaftigkeit des Senates mitten unterso vielen Unglücksfallen, die sich alle auf einmal zu-trugen, kam in der That nicht allein von einem hart-näckigen Entschlüsse, dem Glücke uicht nachzugeben,sondern von einer tiefen Einsicht in die Macht der Ro-mer und der Feinde her. Rom wußte aus seinem Cen»sus, oder aus der Liste seiner Bürger, welche seit demServius Tullius ununterbrochen fortgesetzt wordenwar, wie viel es Bürger hatte, die die Waffen tra-gen konnten/ und wie viel es von der Jugend zu hoffenhatte, die alle Tage heranwuchs. Rom schonte al-so seine Kräfte wider einen Feind/ der von den africa-nischen Küsten herkam, den die Zeit allein schon in ei-nem fremden Lande aufreiben mußte, wo die neuenHülfsvölker so langsam ankamen, und dem seine Sie-ge selbst, die so viel Blut kosteten, so schädlichwurden. Die Römer mochten also verlieren, so vielsie wollten, so durfte der Senat, der allezeit unterrich-tet war, wie viel gute Soldaten er noch übrig hatte,nur Zeit zu gewinnen suchen / und er ließ folglich denMuth niemals sinken. Als er die Kräfte derRepublik durch die verlohrne Schlacht bey Can-nis und die darauffolgenden Empörungen so verrin-
Mm 5 gert