Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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554
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554 Bischof Bessuets Einleitung

gert sah, daß sie sich kaum würden vertheidigt haben,wenn ihr die Feinde mehr zugesetzt hätten, so erhielter sich durch seinen Muth, und sah, ohne durch seinenVerlust in Verwirrung zu gerathen, den weitern Un-ternehmungen des Ueberwinders zu. Sobald der Se-nat wahrgenommen hatte, daß Hannibal , anstatt sichseinen Sieg zu Nutze zumachen, einige Zeit auf nichts,als Ergeßlichkeiten dachte, so erholte sich die Republikwieber, und sah wohl, daß ein Feind, welcher seinGlück nicht zu gebrauchen wußte, und sich durch denglücklichen Fortgang seiner Waffen blenden ließ, nichtzum Ueberwinder der Römer gebohren wäre. Vonder Zeit an fieng Rom alle Tage die größten Unter-nehmungen an, und so geschickt, so muthig und sosieghaft auch Hannibal war, so konnte er doch widerdie Römer nichts mehr ausrichten.

Man kann aus diesem einzigen Erfolge schließen,wer von beyden endlich gewinnen mußte. Hannibal ,der von seinen Siegen aufgeblasen wurde, hielt dieEinnahme der Stadt für allzuleicht, und wurde nach-laßig. Rom verlohr mitten in seinem Unglücke wederden Muth noch das Vertrauen zu sich selbst, und un-ternahm, mehr als iemals große Dinge. Die Schlachtbey Cannis war kaum verlohren worden, als die RömerSyracusa, welches bundbrüchig war, und Capua, wel-ches sich empört hatte, belagerten. Syracusa konntesich weder mit seinen Festungswerken, noch durch dieErfindungen des ArchimedeS vertheidigen. Umsonstkam die sieghafte Armee des Hannibals der StadtCapua zur Hülfe. Die Römer aber nöthigten wohldiesen Feldherrn, die Belagerung der Stadt Nolaaufzuheben. Kurz darauf schlugen die Carthaginen»ser in Spanien die beyden Scipionen, welche beyde