Sie,Monftigneur, wisse» so viel, als sie brauchen, mitdiesen weifen Geschichtschreibern einer Meynung zu seyn,unddenPlutarchzu verdammen, der wegen einer allzu-großen Neigung zu den Griechen die Größe der Römerallein dem Glücke, und die Größe Alexanders allein sei-ner Tapferkeit zuschreibt
Allein ie deutlicher diese Geschichtschreiber die Absich-ten der Römer in ihren Eroberungen zeigen, desto mehrzeigen sie auch ihre Ungerechtigkeit. Dieses Laster istvon der Begierde zu herrschen unzertrennlich, die ausder Ursache auch durch die Gesetze des Evangelii billigverdammt wird. Aber die Philosophie allein ist schonhinlänglich genug/ uns zu zeigen,daß uns die Macht bloßdazu gegeben ist, das, was wir besitzen, zu erhalten,und nicht dazu, uns fremder Güter zu bemächtigen.«Ac-r.^eoss. Cicero hat dieses eingesehen, und die Vorschriften, diei.br.iil. ^ ^.j^ führn, st>ll, verdammen die
Aufführung der Römer offenbar.
Es ist wahr, daß sie im Anfange ihrer Republik sehr billig zu seyn schienen. Es schien, als ob sie ihrekriegerische Gemüthsart selbst einschränken wollten, in-dem sie derselben von derBilligkeitGrenzen setzen ließen.Kann etwas schöners oder heiligers seyn, als ihre Ver-sammlung der Lecialen, es sey nun Numa, wieDionysius vonHalicarnassus meynt, oder Ancus Mar-tins, wie Livius dafür hält, ihr erster Stifter gewe-sen ? Diese Gesellschaft war dazu aufgerichtet worden,daß sie die Billigkeit oder Unbilligkeit eines Krieges be-urtheilen jvllte: Ehe der Senat den Krieg vorschla-gen lind das Volk denselben beschließeil durfte, mußtediese Untersuchung der Billigkeit allezeit vorhergehen.
Wenn
* Llursrcli. äe 5oniruä. ^lex-märi et 5ornruä> Ksm-m.