Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
563
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in die allgemeine Geschichte. 56z

Wissenschaften darinnen in Aufnehmen brachten, nach-dem die Besiegten dieselben nur einmal geschmeckthatten.

Dadurch ist ihr Reich dasjenige geworden, welchesunter allen im besten Aufnehmen, das mächtigste undzugleich das größte unrcr allen gewesen ist. VomEu-phrat und dein Tanais an bis an die Seulen des Her-kules und an das atlantische Meer gehorchten ihnenalle Lander und alle Meere. Mitten aus dein mittel-ländischen Meere geboten sie, so weit sich dasselbe er-streckte, und gaben allen Staaten in die Länge undBreite umher Gesetze; dieses Meer theilte ihr Gebie-te gleichsam in zwey Theile, und verband ihr Reichmit sich selbst. Man geräth noch in Schrecken, wennman bedenkt, daß die Nationen, die ißt so furchtbareReiche ausmachen, ganz Gallien, ganz Spanien ,beynahe ganz Großbritannien , Jllyrien bis an dieDonau, Germanien bis an die Elbe, Africa bis anseine schrecklichen und undurchdringlichen Wüsten,Griechenland, Thracien, Syrien, Aegypten , alle Kö-nigreiche Kleinasiens , und die Königreiche, die zwi-schen dem schwarzen und caspischen Meere liegen, unddie andern, die ich vielleicht vergesse, oder nicht erzäh-len will, viele Jahrhunderte hindurch römische Provin-zen gewesen sind. Alle Völker unserer Welt, dieRauhsten und Ungesittesten nicht ausgenommen, ha-ben ihre Macht gefürchtet, und sie haben mit ihrerHerrschaft fast überall auch ihre Geseße und Sittenausgebreitet.

Es ist fast ein Wunder, daß in einem so weit-läuftigen Reiche, das so viele Nationen, und so vieleKönigreiche begriff, die Völker so gehorsam, und dieEmpörungen so selten gewesen sind. Die römischeNn 2 Staats-