in die allgemeine Geschichte. 565
asien, noch Syrien , noch Aegyvten, noch die meistenandern Provinzen sind jemals vom Kriege befreyt ge-wesen, als unter der Herrschaft der Romer, und mankann leicht begreifen, daß ein so angenehmer Umgangeines Volkes mit dem andern nicht wenig dazu beytra-gen mußte, die Ruhe und Eintracht im ganzen Rei-che zu erhalten.
Die Legionen, welche zur Bewahrung der Grenzenbestimmt waren, vertheidigten nicht allein die äußerli-che Ruhe, sondern befestigten auch die innerliche.Die Römer waren nicht gewohnt, in ihren StädtenSchlösser zu habe»/ oder ihre Grenzen zu befestigen,und man trug erst unter dem Kaiser Valcntinian dem I.dafür Sorge. Vorher setzte man die ganze Stärkeund Sicherheit des Reiches bloß auf die Kriegsvöl-ker, welche man so vertheilte, daß sie einander beyste-hen konnten. Im übrigen war die Einrichtung ssgemacht, daß sie immer im Felde stehen mußten; dieStädte wurden also nicht von ihnen beschwert, und dieKriegszucht erlaubte den Soldaten nicht, sich auf demLande zu zerstreuen. Die römischen Armeen störtenalso weder die Handlung noch den Ackerbau. Siemachten in ihrem Lager, so zu sagen, eine Stadt aus,die von andern Städten bloß dadurch unterschiedenwar, daß die Arbeit immer anhielt,die Kriegszucht scharf,und die Befehle ordentlich und strenge waren. Die Sol-daten waren bey der geringsten Bewegung immer bereit,und das war genug, die Völker im Gehorsame zu erhal-ten, daß man ihnen nur diese unüberwindlichen Heerein ihrer Nachbarschaft zeigte.
Aber nichts erhielt den Frieden im römischen Reichemehr, als die richtige Beobachtung der Gerechtigkeit.Die alteRepublik hatte dieRechte eingerichtet; dieKaiser
Nnz und