Denn eben so, wie sie den Entwurf einer Republikgesehen haben, den ServiuS Tullius zu den Zeiten derMonarchie machte, und der dem römischen'Volke denersten Geschmack von der Freyheitgab: Ebenso haben sieangemerket, wie die Tnranney des Sylla, ob sie gleichnur eine kurzeZeit wahrte, offenbar zeigte, daß Rom,ungeachtet seines Muthes, seine Freyheit zu behaupten,ebenfalls fähig war, das Joch zu tragen, das e6 an-dern Völkern aufgelegt hatte.
Wenn sie wissen wollen, was die wütende Eifer-sucht unter den verschiednen Standen der Römer ver->ursacht ha^ so dürfen sie nur die Zeiten unterscheiden,die ich ausdrücklich bemerket habe; die Zeit, worin-pen das Volk durch die Gefahren, welche es allent-halben umgaben, in seinen Schranken gehalten wur-de, und diejenige Zeit, wo es sich ohne Aufenthalt sei-nen Leidenschaften überließ, weil es von außen nichtsznehr zu befürchten hatte.
Der wesentliche Charakter beyder Zeiten ist dieser,daß in der einen die iiebe zum Vaterlande und dieEhrfurcht gegen die Gesetze die Gemüther zurückhielt,und in der andern alles durch den Eigennutz und dieGewalt entschieden wurde.
Hieraus folgte, daß in der ersten Zeit diejenigen,die zu befehlen hatten, und durch rechtmäßige Mittelnach den Ehrenstellen trachteten, die Soldaten ausPflicht imZaume und in derLiebe undEhrfurcht gegen dieRepublik erhielten; da hingegen in der andern Zeit, wodie Gewalt alles vermochte, die Feldherren auf nichtsdachten, als wie sie die Soldaten schonen, und dahinbringen möchten, Antheil an ihren Anschlägen widerhen Senat zu nehmen.
Dieser