Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
585
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in die allgemeine Geschichte. 585

Dieser letzte Zustand machte den Krieg in Rom nothwendig, und weil in dem Kriege, wo die Gesetzenichts mehr vermögen, die Gewalt allein alles entschei-det, so mußte endlich der Mächtigste allezeit Herr blei-ben, und folglich das Reich wieder unter die Gewalteines einzigen Beherrschers zurückkehren.

Es schickte sich auch alles so von sich selbst dazu an,so daß Polybius, welcher in den besten Zeiten der Re-publik gelebt hat,bloß aus der Beschaffenheit aller öffent-lichen Angelegenheiten voraussah, daß der römischeStaat endlich wieder eine Monarchie werden würde.

Die Ursache dieser Veränderung ist leicht zu finden.Die Uneinigkeit zwischen den verschiedenen Standen derRömer konnte nicht anders, als durch die Macht einesunumschränkten Herrn unterdrückt werden, und dieFreyheit wurde doch allzusehr geliebt, als daß man siefreywillig hätte aufgeben sollen. Sie mußte also nachund nach unter allerley scheinbaren Vorwendungen ge-schwächt, und dadurch in den Zustand gebracht werden,wo sie endlich durch die offenbare Gewalt zerstört wurde.

Der Bctrua, mußte, wie Aristoteles sagt, den An-fang machen, dem Volke zu schmeicheln, und die Ge-walt mußte nothwendig auf ihn folgen.

Der römische Staat konnte noch ein andres Uebelschwerlich vermeiden, und dieses war die Macht derSoldaten.

In der That, diese Monarchie, welcke die Casarngründeten, indem sie sich mit den Waffen zu dieserWürde erhuben, gründete sich ganz auf die Soldaten;darum erhielten die Kaiser auch den Namen der Impe-ratoren, ein Name, welcher der Herrschaft über die Ar-meen eigen und natürlich ist.

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