Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
587
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in. die allgemeine Geschichte. 587

dem Ruine der Gallier in Italien und der Republik Carthago in Africa.

In der Zeit, wo Rom streitet, ist es stets stark undaußer aller Gefahr, so groß auch die Kriege seyn mö-gen, die es unternimmt. Diese Zeit währt 2^0 Jah-re, und geht bis auf die neue Einrichtung des Reichesunter den Cäs^rn.

Hierauf kömmt die Zeit, wo es sein Reich, undseine Majestät erhält. Sie währt 400 Jahre, undendigt sich mit dem Reiche TheodosiuS, des Großen.

Die Zeit/ wo das römische Reich von. allen Seitenher angegriffen wird, und nach und nach verfällt, währtauch 4QN Jahre, fängt mit der Regierung der Kin-der des TheodosiuS an, und endigt sich mit dem Anfangeder Regierung Kaiser Carls, des Großen.

Ich weis wohl, Monseigneur, daß man zuden Ursachen des Unterganges des römischen Reichesnoch viele besondre Umstände hinzusetzen kann. DieHärte der Glaubiger gegen ihre Schuldner hat öf-tere und große Empörungen verursacht. Die erstaun-liche Menge der Fechter und Sklaven, womit Rom und Italien überladen war, sind an erschrecklichenGewaltthätigkeiten und selbst sehr blutigen KriegenSchuld gewesen. Rom , welches durch so viele einheimi-sche und fremde Kriege erschöpft wurde, machte, theilsdurch Rotten, theils durch Recht so viele neue Bürger,daß es sich kaum selbst mehr erkennen konnte, so vielenFremden hatte es das Bürgerrecht gegeben. Der Se-nat wurde mit Barbaren angefüllt; das römische Blutwurde vermischt; die Liebe zum Vaterlande, wodurchsich Rom über alle andern Völker erhoben hatte, wardenen Bürgern, die aus Fremden dazu geworden wa-ren, nicht natürlich, und die andern verderbten ihr

römisches